Vorab-Telefonat

Solltest Du Deinen potenziellen neuen Arbeitgeber anrufen? Wenn Du (gute) Fragen hast – warum nicht?!

Viele Stellenanzeigen lassen wichtige Informationen vermissen:

  • Was bedeutet dieses oder jenes (insbesondere bei den Aufgaben)?
  • Bin ich geeignet mit dieser oder jener Qualifikation bzw. Berufserfahrung?
  • Was wird unbedingt gefordert, was ist „nice to have“?
  • Wie wichtig ist diese oder jene Anforderung?
  • In welchen Situationen ist eine geforderte Fremdsprache einzusetzen, in welchem Umfang?
  • Was kann ich verdienen?
  • Ist die Stelle auch in Teilzeit auszuüben, in welchem Umfang?
  • Welche Möglichkeiten des Remote-Working (Home-Office) gibt es?
  • und viele mehr

Die Antworten auf viele solcher Fragen entscheiden, ob Du Dich überhaupt bewerben willst und ob Du mit Deiner Bewerbung eine Chance hast, in die engere Auswahl zu kommen. Und je mehr Du über Deine künftigen Aufgaben und den Arbeitgeber weißt, desto individueller und überzeugender kannst Du Deine Bewerbung gestalten.

Initiativ-Bewerbung

Hast Du ein für Dich interessantes Unternehmen entdeckt, welches jedoch gerade keine für Dich passende Stelle ausgeschrieben hat, kann sich ein Anruf sehr lohnen. Sofern das Unternehmen auf seiner Internetseite nicht ausdrücklich zu einer Initiativbewerbung auffordert, könnte Deine erste Frage am Telefon sein, ob eine solche überhaupt erwünscht ist. Wenn ja, kann Dir das weitere Gespräch Tür und Tor öffnen, so dass Deine Bewerbung fast noch reine Formsache ist. Frage nach einem potenziellen Bedarf an Deiner Arbeitskraft in den nächsten Monaten. In Deinem Bewerbungsanschreiben kannst Du dann auf konkrete Inhalte des Gesprächs Bezug nehmen und Dich so leichter wieder in Erinnerung rufen. Solch eine „Warm-Akquise“ ist meist erfolgreicher als unmittelbar mit einem Initiativ-Anschreiben ins Haus zu platzen.

Ansprechpartner

Eine gute Stellenanzeige nennt zuständige Ansprechpersonen für Deine Fragen mit Telefonnummer und E-Mail. Falls nicht, ist Deine Recherche gefordert. Häufig findest Du die Kontaktdaten von Personalern über die Unternehmensseite im Internet. Aber auch Netzwerke wie Xing und facebook können Aufschluss geben. Im Notfall schaust Du im Impressum der Website nach, wählst die Zentrale an und lässt Dich in die Personalabteilung durchstellen.

Anruf versus E-Mail

Ein Telefonanruf hat meist höhere Priorität als eine E-Mail. Während eine Mail schon mal untergeht in der Fülle des Posteingangs, muss sich der Angerufene spontan entscheiden, ob er abnimmt. Im Gegensatz zur Mail oder Nachricht ist der wesentliche Vorteil in einem Gespräch die Möglichkeit des unmittelbaren Dialogs: Unklarheiten können mit Rückfragen begegnet werden. Dadurch gibt es weniger Missverständnisse und eine höhere Informationsdichte. Das vereinfacht und beschleunigt Entscheidungen. Und nicht zuletzt kommunizieren wir im Gespräch viel mehr als nur das gesprochene Wort.

Rahmenbedingungen

Das Timing Deines Anrufs ist mitentscheidend für den Erfolg. Montag früh oder Freitag nachmittags sind beispielsweise eher keine gute Zeiten. Stelle außerdem bei einem Anruf zunächst sicher, dass Du die richtige Ansprechperson am Apparat hast. Sage, dass Du zum Stellenangebot ein paar Fragen hast, die darüber entscheiden, ob Du Dich bei ihnen bewirbst. Falls es ein ungünstiger Zeitpunkt ist, wirst Du es erfahren. Wenn es passt, kannst Du loslegen.

Reihenfolge

Beginne zunächst mit Fragen zum Aufgabengebiet oder zur Qualifikation, also fachliche Fragen. Und dann erst gehe zu Fragen zum Arbeitsumfeld, den Rahmenbedingungen oder dem Verdienst.

 

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