Gestaltung und Design

Wie entscheidend ist das Design oder Layout Deiner Bewerbungsunterlagen? Umfragen unter Personaler sagen eindeutig, dass der Inhalt bei der Entscheidung mehr Gewicht hat als das Design. Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Stell Dir vor, Du erhältst ein sehr hübsch verpacktes Geschenk, packst es voller Vorfreude aus – und bist vom Inhalt enttäuscht.

Keine Verpackung ohne Inhalt

Befasse Dich zunächst ausgiebig mit kraftvoll überzeugenden Inhalten in Lebenslauf und Bewerbungsanschreiben. Wenn Du das in „trockenen Tüchern“ hast, kann die Verpackung, also die äußere Gestaltung, zusätzliche Pluspunkte bringen.

Das Internet ist mittlerweile voll von Bewerbungsvorlagen, viele werden sogar kostenpflichtig zum Download angeboten. Solltest Du keine tiefergehende Ahnung von grafischer Gestaltung haben, rate ich dringend von der Verwendung solcher Design-Vorlagen ab. Denn: Woher weißt Du, ob sie von einem echten Profi gefertigt wurden?

Nur für Könner

Bewirbst Du Dich für einen grafisch-kreativen Aufgabenbereich, ist das Design natürlich wichtiger Bestandteil Deiner Bewerbungsunterlagen. Um einen aussagekräftigen Inhalt kommst Du auch in diesem Fall nicht herum, wenn Du Erfolg haben möchtest. Doch das Äußere Deiner Bewerbung macht eine Aussage über Deine Arbeitsweise und deren Qualität. Hier darfst Du in Inhalt und Design Deiner Bewerbung gleich viel investieren. Deine Bewerbung ist gewissermaßen eine Arbeitsprobe.

Standard-Abweichung

Wenn Du von gängigen Bewerbungsstandards abweichen möchtest mit Deiner Gestaltung, beachte grundsätzlich den Geschäftsbrief-Standard DIN-5008 und setze Design schlicht, elegant und funktional ein. Die wesentliche Aufgabe Deiner Bewerbung ist und bleibt, den Personaler von Deiner Eignung zu überzeugen. Firlefanz, der eher ablenkt oder Inhalte abschwächt, ist kontraproduktiv.

Schriftart

Time New Roman ist alles andere als neu, sondern vielleicht die älteste, oft noch voreingestellte Schriftart in Textprogrammen. Wer diese verwendet, wirkt vielleicht konservativ oder so, als ob man sich um die Auwahl der Schriftart gar keine Gedanken gemacht hätte. Von Serifen-Schriften rate ich ab, da diese in der Regel schlechter zu lesen sind. Sie bringen durch ihre „Verschnörkelungen“ außerdem mehr Schwarz aufs Papier als nötig. Damit wirkt Text schnell zu viel oder schwerer lesbar. Eine gut lesbare, aktuelle und von den meisten Computern erkennbare Schriftart ist Calibri (die Schrift dieses Textes).

Schriftgröße

Deine Bewerbung sollte leicht zu lesen sein. Das unterstützt ein positives Empfinden des Lesers. In den meisten Schriftarten ist 11 eine gute Größe. Überschriften dürfen gerne etwas größer und fett sein.

Hervorhebungen

Während im Bewerbungsanschreiben lediglich die Betreffzeile fett gemacht wird, kann Fettdruck im Lebenslauf zum Highlighten verwendet werden. An nur wenigen Stellen eingesetzt, kann der für den Personaler wichtigste, überzeugendste Inhalt schlicht und doch effektvoll hervorgehoben werden. Von Kursivschrift rate ich ab, da dieser Aussagen abschwächt (ähnlich wie ein geneigter Kopf auf dem Lichtbild). Unterstreichungen wirken eher altmodisch, da diese bereits mit manuellen Schreibmaschinen verwendet wurden.

Farbe

Farben können Deiner Bewerbung Akzente hinzufügen. Ob eine Farbe gut ankommt oder eher nicht, hängt stark vom Empfinden und Geschmack des Lesers ab. Wichtig ist zunächst einmal, dass Farben eine Be-Deutung haben:

  • Rot: Aktivität, Bewegung, Veränderung, Anregung, Standhaftigkeit, Kraft, Mut, Auseinandersetzung, Impulsivität
  • Orange: Optimismus, Lebensfreude, Vertrauen, Aufgeschlossenheit, Geselligkeit, Zusammenhalt, Kreativität, Vitalität
  • Gelb: Leichtigkeit, Heiterkeit, Klarheit, Verständnis, Austausch, Erkenntnis
  • Grün: Neubeginn, Wachstum, Stabilität, Ausgleich, Gesundheit, Hoffnung
  • Blau: Ruhe, Tiefe, Kühle, Entspannung, Distanz, Struktur, Genauigkeit
  • Violett: Spiritualität, Mystik, Befreiung, Empfindsamkeit, Würde
  • Braun: Sicherheit, Gelassenheit, Zuversicht
  • Weiß: Reinheit, Unschuld, Ordnung, Sauberkeit, Vollkommenheit, Bescheidenheit, Neutralität
  • Schwarz: Trauer, Seriosität, Eleganz, Eindeutigkeit, Funktionalität
  • Grau: Neutralität, Sachlichkeit, Schlichtheit, Erneuerung, Demut

Wenn Du Farben in Deiner Bewerbung einsetzt, sollten es nicht mehr als zwei (besser nur eine) sein. Eher eine zurückhaltende, nicht so schillernde Farbe und vor allem eine passende. Sie kann mit ihrer Bedeutung zu Dir, Deiner Persönlichkeit, Deiner Arbeitsweise, Deinen Werten oder natürlich zum Unternehmen und seiner Kultur passen.

Der Einsatz von Farben kann z. B. zur Hervorhebung, in Überschriften oder mit dezenten Linien erfolgen. Eine weitere Möglichkeit ist, die Texte insgesamt statt in Schwarz in einem (sehr) dunklen Grau zu gestalten. Dadurch wirken Texte leichter. Achte in jedem Fall auf gute Lesbarkeit.

Haptik

Solltest Du Dich – aus gutem Grund – für eine Bewerbung in Papierform entscheiden, haben die Personaler buchstäblich etwas in der Hand. Nimm eine gut handhabbare, praktische Clip-Mappe anstatt einer mehrflügligen, klassischen Bewerbungsmappe aus Papier. Sie sollte einen transparenten Deckel haben, so dass Dein Lichtbild bereits ohne Aufschlagen der Mappe ersichtlich ist. Ein Deckblatt empfiehlt sich in diesem Fall. Dieses enthält im Wesentlichen (in dieser Reihenfolge):

  • Titel: Bewerbung
  • Untertitel: als Deine gewünschte Position
  • Lichtbild (mittig auf dem Blatt)
  • Dein Name, Anschrift und Kontaktdaten

Die Auswahl eines etwas dickeren Papieres unterstreicht die hohe Qualität Deiner Bewerbung und Deine Investition. Der Briefumschlag sollte etwas größer als DIN-A-4 und im Rücken verstärkt sein, damit die Mappe beim Transport keinen Schaden nimmt.

⇒ Übersicht aller Tipps und Anleitungen für Deine überzeugend ehrliche Bewerbung