Burnout in der Bewerbung

Burnout grassiert in unserer Gesellschaft, ob unbewusst, unbekannt, verschwiegen oder diagnostiziert, therapiert, kommuniziert. Wir haben damit umzugehen, auch in der Biografie und somit in der Bewerbung.

Wie Du die „Lücke“ benennst

Ein Burnout reißt unseren Lebenslauf „in zwei Stücke“, in ein Vorher und ein Nachher. Er trennt Arbeitsverhältnisse und Lebensphasen. So entstehen berufliche „Lücken“, die es zu erklären gilt.

Grundsätzlich gehört Burnout als Krankheit zum privaten Bereich unseres Lebens und muss somit in der Bewerbung nicht genannt werden. Daher ist im Lebenslauf eine „Bewerbungsphase“ grundsätzlich eine gute Wahl.

Krankheit, Genesung, Rehabilitation oder gar Burnout im Lebenslauf zu nennen, birgt das viel größere Risiko der Ablehnung. Und doch empfiehlt es sich in manchen Fällen, im Anschreiben etwas zu den persönlichen Konsequenzen zu erwähnen.

Was Du daraus machst

Vor der selbstbewussten Darstellung kommt zunächst eine umfangreiche (inhaltlich und zeitlich) Auseinandersetzung mit dem eigenen Burnout. Das sollte durchaus im therapeutischen Kontext stattfinden. Begleitend ist auch Coaching möglich.

Es geht um Fragen wie: Was hat zu meinem Burnout geführt? Wie hat er mich verändert? Wie verhindere ich ähnliche Überlastungen zukünftig in meinem (beruflichen) Leben?

Hast Du Klarheit über diese Themen und hast Du Deinen Burnout wirklich verarbeitet, kannst Du (Dir) selbst bewusster auftreten. Deine überzeugend ehrliche Darstellung folgt Deiner Einstellung – wie innen, so außen.

Dass Du Burnout-Prophylaxe betreibst, kannst Du im Lebenslauf durch Deine privaten Interessen ausdrücken. Sportliche Aktivitäten oder Dein Engagement außerhalb des Beruflichen (Kunst, Kultur, Musik, Ehrenamt etc.) gleichen aus und stellen Dein Leben auf stabilere Füße.

Wirst Du im Bewerbungsgespräch zu Deiner beruflichen Lücke im Lebenslauf befragt, könntest Du berichten, was Du in dieser Zeit (über Dich) gelernt hast und welche Erkenntnisse Du in Deine nächste Arbeitsstelle einbringst.

Der zukünftige Arbeitgeber möchte schließlich nicht Gefahr laufen, sich einen labilen Mitarbeiter einzukaufen. Vielmehr setzt er auf bewusste, selbstreflektierte und Verantwortung übernehmende, gesunde Mitarbeiter.

beRUFlich neu orientieren

Dein Burnout hat Dich vielleicht sogar zu genau diesem, Deinem ausgewählten neuen Arbeitgeber und somit zu Deiner Bewerbung geführt. Dann kann es sich lohnen, das im Bewerbungsanschreiben zu erwähnen, nicht unbedingt mit dem Wort Burnout, aber mit Deinen Erkenntissen und der damit verbundenen neuen beruflichen Ausrichtung. Auf diese Weise gehst Du offen mit Deiner Vergangenheit um und erläuterst die Motivation Deiner Bewerbung.

Die Annahme einer Teilzeit-Anstellung kann nebenbei bemerkt besonderen Sinn machen. Damit vermeidest Du direkt nach Deiner Genesung eine zu große Herausforderung. Vielleicht bist Du sogar zu dem Schluss gekommen, keine 40 Stunden oder mehr pro Woche mehr arbeiten zu wollen, um anderen Lebensbereichen mehr Raum zu geben.

Viele nutzen einen Burnout auch, sich beruflich neu zu orientieren, wenn sie merken, dass ihr bisheriges Betätigungsfeld nicht mehr zu ihren Werten und Vorstellungen passt. Eine „Auszeit“ bietet daher auch die Chance für nachhaltige Veränderungen und Neuorientierung. Wie Du als Quereinsteiger in Deiner Bewerbung punktest, erfährst Du hier.

Mit Burnout in Deiner Bewerbung umzugehen, ist kein Leichtes. Wenn Du konkret wissen möchtest, wie Du in Deinem Fall Deine Bewerbung überzeugend ehrlich gestaltest, lass Dich beraten.

 

⇒ Übersicht aller Tipps und Anleitungen für Deine überzeugend ehrliche Bewerbung