Burnout in der Bewerbung

Burnout grassiert in unserer Gesellschaft, ob unbewusst, unbekannt, verschwiegen oder diagnostiziert, therapiert, kommuniziert. Wir haben damit umzugehen – auch und gerade als Bewerber. Nutze Deine gemachten Erfahrungen und Deine Erkenntnisse, um Dich als besonderer Kandidat abzuheben.

Die Lücke im Lebenslauf

Ein Burnout reißt quasi den Lebenslauf in zwei Stücke –  in ein Vorher und ein Nachher. Er trennt Arbeitsverhältnisse und Lebensphasen mehr oder weniger deutlich voneinander. So entstehen zeitliche Lücken, die es zu erklären gilt. Doch gibt es viele Möglichkeiten, ob, wie und an welcher Stelle im Bewerbungsprozess Du Deinen biografischen Einschnitt kommunizierst.

Keine Erwähnung

Grundsätzlich gehört Burnout als Krankheit zum privaten Bereich unseres Lebens und muss somit in der Bewerbung nicht genannt werden. Daher ist im Lebenslauf eine „Bewerbungsphase“ grundsätzlich eine gute Wahl. Ist dieser Zeitraum nicht länger als ein Jahr, lässt er meist noch keine große Skepsis bei Personalern aufkommen. Und doch interessieren sich dann Arbeitgeber dafür, was Du in diesem Zeitraum alles unternommen hast, um wieder in Arbeit zu kommen. Vielleicht kannst Du hier ehrlicherweise davon berichten, dass Du Dich beruflich neu orientiert, weiter gebildet oder Reisen unternommen hast. Vielleicht spürst Du bei den Nachfragen auch, dass Du etwas mehr erzählen musst, um glaubwürdig zu bleiben.

Andeutung

Es kann mutig und durchaus zielführend sein, eine Andeutung im Lebenslauf zu platzieren, die Burnout (oder natürlich auch anderes) vermuten lassen kann. Nicht selten steckt nämlich hinter einem Sabbatical, einer Auszeit oder einer beruflichen Neuorientierung ein Burnout. Doch sind die genannten Worte eher positiv assoziiert und machen vielleicht neugierig. Bei einer Einladung zum Vorstellungsgespräch darfst Du mit Fragen dazu rechnen. Und darauf solltest Du gut vorbereitet sein.

Offen und konstruktiv

Die Nennung von Krankheit, Genesung, Rehabilitation oder Klinikaufenthalt in der Bewerbung führt allzu schnell ins Aus, weil sie in den Köpfen der meisten Personaler negativ verknüpft sind oder sogar Ängste wachrufen. Offen und ehrlich mit einem Burnout in der Bewerbung umzugehen, bedeutet also auf keinen Fall, unüberlegt zu kommunizieren. Eine konstruktive, für Dich erfolgreiche Erwähnung Deines Burnouts gelingt vor allem mit dem Anführen Deiner Erkenntnisse aus dieser Erfahrung, den so genannten Learnings.

Burnout im Lebenslauf

Nicht unbedingt solltest Du „Burnout“ direkt im Lebenslauf nennen. Besser sind an dieser Stelle die o. g. Andeutungen. Im Anschreiben gehst Du dann genauer darauf ein. Das macht nicht nur Sinn, weil das Anschreiben mehr Raum für Ausführungen bietet, sondern auch, weil der Lebenslauf in der Regel zuerst gelesen wird. Daher sollte Dein Lebenslauf das Interesse der Leser wecken und Dein Bewerbungsanschreiben wichtige Antworten geben.

Burnout im Anschreiben

Welche Details Du über Deinen erlebten – und verarbeiteten – Burnout im Anschreiben preisgibst, entscheidest Du selbst. Strategisch sinnvoll erzählst Du davon, was Du aus Deinen gemachten Erfahrungen gelernt und für Dich erkannt hast, was Dir künftig bei der Arbeit wichtig ist, wie Du für Dich und Dein Umfeld sorgst und wie Du ähnliche, nochmalige Erfahrungen in der Zukunft verhinderst. Zu betonen ist also das Konstruktive, Deine Erkenntnisse, die Dich und durchaus auch Dein Arbeitsumfeld, Deine Kollegen oder Mitarbeiter, weiterbringen.

Aufarbeitung Deines Burnouts

Das alles setzt eine umfangreiche Reflexion und psychische Verarbeitung des Burnouts voraus. In der Regel erfolgt die Aufarbeitung der Burnout-Ursachen stationär in einer Fachklinik und anschließend ambulant durch eine Psychotherapie. Das macht einen Rückfall bzw. weiteren Burnout unwahrscheinlich. Und das zählt für Deinen künftigen Arbeitgeber am meisten. Schließlich möchte er langfristig mit Dir und Deiner nachhaltigen Arbeitsleistung rechnen. Beschäftige Dich mit Fragen wie: Was hat zu meinem Burnout geführt? Wie hat er mich verändert? Wie verhindere ich ähnliche Überlastungen zukünftig in meinem Leben, beruflich wie privat? Hast Du Klarheit darüber und hast Du Deinen Burnout wirklich verarbeitet, gehst Du wahrscheinlich mit einem gesteigerten Selbstbewusstsein aus dieser Erfahrung hervor und erhöhst auch Deine Resilienz.

Burnout Vorsorge im Lebenslauf

Vielleicht hast Du mittlerweile auch gelernt, dass Du selbstverantwortlich dafür sorgen solltest, keinen erneuten Burnout zu erleben. Eine Burnout Prophylaxe besteht u. a. im Ausgleich durch sportliche Aktivitäten oder ein Engagement außerhalb des Beruflichen (z. B. Kunst, Kultur, Musik, Ehrenamt). Und das kannst und solltest Du auch in Deinem Lebenslauf kommunizieren.

Deine beRUFliche Zukunft

Dein Burnout hat Dich vielleicht gerade zu Deinem ausgewählten neuen Arbeitgeber und somit zu Deiner Bewerbung geführt. Dann kann es sich lohnen, das im Bewerbungsanschreiben zu erwähnen, nicht unbedingt mit dem Wort Burnout, aber mit Deinen Erkenntnissen und der damit verbundenen neuen, bewussten beruflichen Ausrichtung. Auf diese Weise gehst Du offen mit Deiner Vergangenheit um und erläuterst die Motivation Deiner Bewerbung. Die Annahme einer Teilzeit-Anstellung kann nebenbei bemerkt besonderen Sinn machen. Damit vermeidest Du direkt nach Deiner Genesung eine zu große Herausforderung. Vielleicht bist Du sogar zu dem Schluss gekommen, nicht mehr 40 Stunden oder mehr pro Woche arbeiten zu wollen, um anderen Lebensbereichen mehr Raum zu geben. Viele nutzen einen Burnout auch, sich beruflich neu zu orientieren, wenn sie merken, dass ihr bisheriges Betätigungsfeld nicht mehr zu ihren Werten und Vorstellungen passt. Eine „Auszeit“ bietet daher auch die Chance für nachhaltige Veränderungen und Neuorientierung. Als Quereinsteiger solltest Du in Deiner Bewerbung besonderen Wert auf die nachvollziehbare Darstellung Deiner Motivation legen.  

BewerbungsCoaching als Abkürzung

Wenn Du Zeit und Mühe sparen und Unterstützung bei Deinem ganz speziellen Fall möchtest, biete ich Dir eine Abkürzung an mit dem persönlichen BewerbungsCoaching. Wir schreiben gemeinsam Deine ehrlich überzeugende Bewerbung – damit Du den Job bekommst, den Du verdienst. Hier geht es zurück zur Übersicht mit den Tipps und Anleitungen für Deinen Bewerbungsprozess.