Bewerbungsfoto

Pflicht oder Kür?

Immer wieder höre ich, man könne nun das Bewerbungsfoto weglassen. Gab es jemals eine Vorschrift, die das Einfügen eines Lichtbildes in die Bewerbung vorgeschrieben hätte!?

Als Bewerber kann man viel tun und auch lassen. Frage Dich lieber: Was bringt mich in ein Bewerbungsgespräch? Laut Umfragen unter Personalern „rundet das Foto die Bewerbungsunterlagen ab“. Weshalb also weglassen!?

Vorteil und Mehrwert eines Bewerbungsfotos

Ein gutes Bewerbungsfoto vermittelt Personalern einen ersten, persönlichen Eindruck von Dir. Und wie wir wissen, zählt der erste Eindruck. Wenn das Foto von Dir authentisch ist und Dich sympathisch macht, hast Du schon viel gewonnen. Schließlich solltest Du beim Leser positive Emotionen wecken.

Was macht nun ein gutes Bewerberfoto aus?

Der richtige Fotograf

Klar, die Auswahl des für Dich richtigen Fotografen ist zentral entscheidend. Meiner Erfahrung nach sind klassisch ausgebildete Fotografen nicht unbedingt die besten. Quereinsteiger bringen oft eine besondere Leidenschaft und dadurch ein spezielles Können mit. Gute Bewerbungsfotos kosten nicht selten über 50 Euro. Lass es Dir auf alle Fälle digital und zu Deiner freien Verwendung geben. Übrigens erkennst Du den richtigen Fotograf daran, dass er oder sie Dir sympathisch ist, sich für Dich Zeit nimmt, Dich fragt, wo und als was Du Dich bewerben und wie viel Du für das Bewerbungsfoto investieren möchtest. Wenn Du in der Nähe von Ravensburg bist, empfehle ich Dir Ramona Peglow als leidenschaftlich gute Fotografin. Ansonsten drucke Dir diese Seite aus und gehe mit den Tipps zum Fotografen Deiner Wahl.

Kein Passbild

Ein Passbild ist für den Ausweis oder Pass (wie der Name schon sagt), jedoch nicht für Deine Bewerbung geeignet. Insbesondere biometrische Aufnahmen zeigen Dich selten sympathisch lächelnd. Ein Bewerbungsfoto wird ganz anders aufgenommen.

Kleidung und Assecoires

Kleide Dich für den Fototermin so, wie Du zur Arbeit erscheinen solltest, lieber ein wenig schicker, mindestens aber sauber und gepflegt. Die ausgewählten Kleidungsstücke sollten farblich zueinander und zu Dir passen. Zu stark leuchtende Farben lenkt nicht nur die Kamera, sondern auch den Personaler von Dir ab. Vor allem für Frauen gilt: Trage ein Oberteil mit keinem oder einem kleinen Ausschnitt, damit nicht das Dekolleté zum „Hingucker“ wird. Assecoires sollten zurückhaltend und passend gewählt werden. Dazu zählen übrigens neben Ring, Kette, Armband, Ohrring, Haarschmuck etc. auch Lippenstift, Lidschatten und Makeup. Auch hier gilt: Weniger ist mehr.

Frisur

Deine Frisur auf dem Foto sollte Deine aktuelle sein. Eine Frage taucht immer wieder von Frauen auf: Soll ich die Haare offen oder gebunden tragen? Beides ist denkbar. Die Wirkung kann sehr unterschiedlich sein. Offene Haar wirken persönlich ebenfalls offener, auch weicher und weiblicher. Gebunde Haare wirken aufgeräumt, klar, manchmal auch streng.

Haltung bewahren

Lasse Dich möglichst im Stehen ablichten, damit wirkst Du dynamischer und „auf den Personaler zugehend“. Selbst wenn Deine Beine gar abgelichtet werden, ist dies auf dem Bild spürbar. Unsere Körperhaltung lässt sich nämlich auch an Kopf, Hals und Oberkörper ablesen. Nimm eine möglichst natürliche Haltung ein. Schaue leicht über Deine Schulter, damit es keine völlige Frontal-Aufnahme wird. Allerdings auch nicht zu stark, sonst „zeigst Du die kalte Schulter“. Lasse Dich vom Fotografen nicht „verbiegen“. Dass Du Dich wohlfühlst, ist Grundvoraussetzung für ein gelungenes Foto!

Auf Augenhöhe

Um dem Personaler sympathisch zu wirken, begegne ihm auf Augenhöhe. Für das Bewerbungsfoto bedeutet dies: Die Kamera sollte ungefähr auf Höhe Deiner Augen sein. Dann stimmt die Perspektive. Ist die Kamera niedriger, erhöht sie Dich und lässt Dich von oben auf den Leser herabschauen. Eine höhere Kamera-Perspektive lässt Dich vielleicht als Bittsteller wirken.

Hintergrund

Der Hintergrund sollte farblich dezent sein, damit Du auf dem Foto nicht selbst in den Hintergrund rückst. Schließlich geht es um Dich! Zugleich ist auf einen guten Kontrast zu Haaren, Gesicht und Kleidung zu achten.

Schwarz-weiß oder Farbe?

Woher kennen wir Schwarz-weiß-Bilder? Aus der Vergangenheit des letzten Jahrhunderts, aus der Kunst oder von Sterbefällen (wiederum Vergängliches). Wenn es in der Bewerbung nicht um Kunst und besondere Kreativität geht, empfehle ich ein Farbfoto für Deine Bewerbung. Es lässt Dich in den allermeisten Fällen dynamischer, moderner, frischer und jünger wirken.

Von rechts oder von links

Wenn Du – standardmäßig – Dein Bewerbungsfoto in den Lebenslauf rechts oben einfügst, solltest Du beim Ablichten nach rechts schauen. Somit schaust Du auf dem Blatt in Deinen Lebenslauf hinein und unterstreichst die Inhalte. Wenn Du noch ein separates Deckblatt in Deiner Bewerbung verwendest, fügst Du Dein Bild zentriert dort hinein. Dann ist Blickrichtung besser nach rechts. Dort ist für uns die Zukunft verortet. Da das Deckblatt das erste Blatt ist, soll der Leser ja weiterlesen bzw. -blättern. Beim Fotografen schaust Du dann entsprechend nach links.

Bitte lächeln

Für viele nicht selbstverständlich oder auch schwierig, ist das Lächeln auf dem Bewerbungsfoto. Es geht dabei nicht um eine Typ-Frage. Es geht darum, dass Du ehrlich, offen und freundlich bist. Es geht nicht um ein Vortäuschen, sondern Dein echtes Sein. Daher kommt ein überzeugendes, sympathisches Lächeln von innen, aus Deiner positiven Haltung gegenüber Deinem neuen Wirkungsfeld.

Extra-Tipp: Wie Dir ein gewinnendes Lächeln gelingt

Erinnere Dich an eine Situation der letzten Tage, Wochen, Monate oder auch Jahre, in welcher Du gut drauf warst: heiter, motiviert und offen. Wähle eine konkrete Situation aus, die gut erinnerst. Was hast Du wahrgenommen, gesehen, gehört, gerochen, geschmeckt und vor allem gefühlt? Erlebe diese Situation in Deiner Erinnerung mit möglichst allen Sinnen noch einmal. Wenn Du in dieses „Hochgefühl“ voll und ganz eingetaucht bist, machst Du machst Du ein „mentales Foto“, indem Du z. B. Deinen Daumen und Zeigefinger einer Hand aneinanderdrückst. Halte diesen Druck für ein paar Sekunden und entspanne Dich dann volkommen. Das gleiche wiederholst Du ein paar Mal (vielleicht an mehreren Tagen).

Beim Fototermin rufst Du Dein mentales Foto und die damit verbundenen Emotionen ab, indem Du wieder die gleichen Finger (z. B. Deinen Daumen und Zeigefinder) kurz aneinanderdrückst. Dieses mal jedoch nur kurz (ein bis zwei Sekunden). Das wird ein ehrlich überzeugendes Lächeln auf Dein Gesicht zaubern 🙂

⇒ Übersicht aller Tipps und Anleitungen für Deine überzeugend ehrliche Bewerbung