Bewerbung intitiativ und clever

Traut man den Gerüchten, sind mehr als die Hälfte aller möglichen Stellen nicht öffentlich ausgeschrieben. Durch eine Initiativbewerbung kannst Du Deine Chancen auf den Traumjob also mehr als verdoppeln.

Die Beziehungsbrücke

An sich ist auf die gleichen Punkte Wert zu legen wie bei Direkt-Bewerbungen auch. Der wesentliche Unterschied ist natürlich, dass der Bezug zu einem Stellenangebot nicht möglich ist.

Eine Beziehungsbrücke zum Unternehmen zu bauen, gilt es allerdings grundsätzlich bei jeder Bewerbung. Bei einer initiativen Bewerbung ist das jedoch ein zentrales Element. Schließlich solltest Du einen gute Gründe für die Wahl dieses Unternehmens als Deinen zukünftigen Arbeitgeber haben. Augen auf bei der Partnerwahl 🙂

Was Du also als Erstes tun solltest: Bringe alles über Deinen Wunsch-Arbeitgeber in Erfahrung, was möglich ist. Je besser Du ihn kennst, desto besser kannst Du auf ihn, seine Bedürfnisse, seine Sorgen und Nöte eingehen. Klingt das seltsam? Genau darauf kommt es bei der Initiativ-Bewerbung besonders an: Du machst einem Unternehmen ein möglichst konkretes Angebot, wie Du zu seinem Erfolg beitragen möchtest. Also wo, bei was und wodurch genau kannst Du einen Mehrwert bieten?

Ruf an

Während Vorgenanntes einer Kaltakquise entspricht, bietet sich vielleicht auch ein „warmer“ Auftakt: Baue vorab Kontakt zu Mitarbeitern, bestenfalls sogar direkt zu Personalentscheidern, auf. Gelegenheiten bieten sich z. B. beim Tag der offenen Tür, auf Messen, durch soziale (vor allem reale) Kontakte oder durch direkte telefonische Kontaktaufnahme.

Solch ein Gespräch sollte immer sehr gut vorbereitet sein. „Einfach mal anrufen“ bringt vielleicht mehr Verdruss auf beiden Seiten. Gehe davon aus, dass Du nicht der einzige Anrufer an diesem Tag bist. Überlege Dir, was Du über Deinen potenziell neuen Arbeitgeber wissen möchtest, was für Dich entscheidend ist, damit Du Dich bewirbst. Und habe vorher Deine Recherche angestellt.

Dein Bewerbungsanschreiben

Wenn Du zuvor einen Kontakt hergestellt hast, kannst Du in Deinem Anschreiben darauf Bezug nehmen. Mache das auch inhaltlich. Also bitte nicht nur „danke für das nette Telefonat vom…“, sondern greife einen konkreten, inhaltlichen und persönlichen Punkt des Gesprächs auf, der Dich zur Bewerbung veranlasst und der vom Gesprächspartner erinnert werden kann.

Ohne ein Vorab-Telefonat baust Du in Deiner Einleitung eine andere Beziehungsbrücke zum Unternehmen auf. Ansonsten kommst Du schnell zum Punkt, bei was Du dem Unternehmen Unterstützung anbieten möchtest.

Deine Wunsch-Position

Im weiteren Verlauf des Anschreibens solltest Du – genau wie bei einer Direkt-Bewerbung auch – Deine Persönlichkeit ein wenig greifbar machen. Während Du Deine fachliche Eignung bereits im Lebenslauf deutlich hervorstellen solltest, nutze das Anschreiben dazu, Deine persönliche Eignung klarzustellen.

Während Du bei einer Direkt-Bewerbung ein Stellenprofil vorliegen hast, auf das Du Dich beziehen kannst, braucht es bei einer Initiativ-Bewerbung eine Zwischenüberlegung. Male Dir Deine optimale Wunsch-Position in Form einer Stellenanzeige aus. Überlege Dir insbesondere, was die Anforderungen an den geeigneten Kandidaten sind.

Der nächste Schritt ist der gleiche wie bei einem Anschreiben für eine Direkt-Bewerbung. Weshalb bist Du persönlich, mit Deinen Stärken, Deiner Art und Weise, Deinen Eigenheiten, besonders für diese Position geeignet?

Und wie für jede andere Bewerbung auch, bringst Du die (vermutlich) benötigten Eigenschaften in einen situativen Zusammenhang. Du nennst also nicht nur Adjektive, sondern Du schilderst, in welcher (beruflichen) Situation, Aufgabe oder Herausforderung Du mit dieser Eigenschaft erfolgreich warst. Im Marketing heißt das story-telling.

Datenschutz

Da der Datenschutz auch für Bewerbungen relevant ist, solltest Du Deine Bewerbungsdaten für die Verwendung im Unternehmen ausdrücklich freigeben, z. B. durch folgenden Zusatz: Sollten Sie für mich aktuell noch keine passende Position haben, dürfen Sie meine Bewerberdaten für eine künftige Stellenbesetzung bereithalten und speichern.

Nutze Deine Chance

Im Grunde genommen weicht die Vorgehensweise bei einer Initiativ-Bewerbung nicht wesentlich von einer Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle ab. Es bedarf vielleicht ein wenig mehr Recherche, Fantasie und Mut.

Dass es sich lohnt, steht außer Zweifel: Ein Großteil der vakanten Stellen sind angeblich nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern werden über „Beziehungen“ besetzt. Und selbst wenn es nicht gleich zur Einstellung kommt, machst Du Dich dem Unternehmen mit Deiner Bewerbung bekannt und landest vielleicht in seinem „Talente-Pool“. Gut Ding will manchmal auch Weile haben.

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