Meine Berufung

Hier erfährst Du, wie ich zu meiner Berufung gekommen bin. Es ist eine recht lange Geschichte, eine wahre Geschichte, meine Geschichte. Wenn sie Dir zu lang ist zum lesen, kannst Du hier direkt runter zu meinen Learnings (Erkenntnissen) kommen.

Oder Du hörst Dir die Audiofassung an, in der ich meine Berufungsgeschichte für Dich vorlese.

Habe ich meine Berufung gefunden?

Vielleicht bist Du hier, weil Du Dir selbst diese Frage auch gerade stellst? Doch was ist Berufung überhaupt? Für mich bedeutet die eigene Berufung, beruflich etwas zu tun, was ich als sinnvoll erachte, was mir Freude macht und mir mein Leben finanziert.

Mein berufliches Wirken betrachte ich als höchst sinnvoll: Ich unterstütze und begleite andere Menschen dabei, ihre persönliche Berufung zu entdecken und zu leben. Und zu rund 90 % meiner Arbeit habe ich Freude bei meinem Tun. Das hängt auch damit zusammen, dass ich mir die Rahmenbedingungen meinen Bedürfnissen angepasst habe.

Berufung oder Berufungen

Dass ich in meiner Berufung tätig bin, war nicht immer so. Meine Zufriedenheit mit meiner Tätigkeit und dem Arbeitsumfeld schwankt, da ich mich als Person laufend verändere, ebenfalls meine Bedürfnisse. Und auch das, was ich als Berufung empfinde, unterliegt der Veränderung. Immer wieder passe ich an, justiere nach. Für mich gibt es also nicht die eine Berufung im Leben, die man findet und bei welcher man bis zur Rente oder darüber hinaus bleibt. Das, was für mich heute Sinn und Freude macht, muss in 10 Jahren nicht das gleiche sein. Doch mehr und mehr lebe ich meine Berufung oder spüre deutlich, wenn ich nicht im Einklang mit ihr handle.

Wie finde ich meine Berufung?

Vielleicht bist Du hier gelandet, weil Du genau das wissen möchtest. Ich habe viel darüber nachgedacht, was mich selbst zu meiner (aktuellen) Berufung geführt hat. Diese meine eigenen Erfahrungen und Reflexionen fließen natürlich auch in meine Coachings mit ein. Hier möchte ich Dich mit meinem persönlichen Werdegang inspirieren.

Schriftsteller

Ich konnte gerade schreiben und lesen, da bewunderte ich meinen Vater als Schriftsteller derart, dass ich ihm nacheiferte. Zunächst schrieb ich Kindergeschichten, in der Jugend dann Gedichte. Aufsätze in der Schule waren für mich eine Leichtigkeit und auch die Rechtschreibung beherrschte ich nach wenigen Jahren fast fehlerfrei. In der Pubertät begann ich Tagebuch zu schreiben.

Unternehmergeist

Als ich vielleicht 9 Jahre alt war, kam ich auf die Idee, Tagetes-Blumen-Samen aus unserem Garten zu verkaufen. Schließlich hatten wir sehr viele im Garten und die Samen waren einfach übrig. Ich trocknete sie, packte je 10 Stück in selbst gebastelte Tüten, machte ein Verkaufsschild und verkaufte sie von meinem Kettcar weg für 1 DM.

Während meiner Schulzeit verdiente ich mein eigenes Geld mit Zeitung austragen, Gartenarbeit, Nachhilfe und Tanzunterricht. Zeitung austragen machte ich nicht lange, da mir die festen Arbeitszeiten, schlechtes Wetter und geringes Einkommen nicht passten. Im Garten etwas zu tun, machte mir schon als Kind Spaß. Nachhilfe gab ich für jüngere Schüler, da ich selbst in Mathe, Deutsch und Englisch ganz gut war. Im Tanzunterricht zu assistieren, wurde mir angeboten, da ich leidenschaftlich gerne tanze und auch als Gasttänzer gerne gesehen war.

Nachhilfe gebe ich noch heute. Mit ihr konnte ich während meiner Selbständigkeit immer recht schnell meine Auftragsbücher füllen, wenn es in anderen Bereichen mal nicht so gut lief. So hatte ich eine einfache Möglichkeit, ein „Grundeinkommen“ zu verdienen.

Banker-Karriere

In der 12. Klasse ließen meine schulischen Leistungen nach, weil ich den Grund für vieles, was ich lernte, nicht erkennen oder nachvollziehen konnte. Und statt eines Studiums war mir viel wichtiger, möglichst schnell meinen eigenen Unterhalt zu verdienen. Daher erschien mir eine Ausbildung geeigneter. Doch welche? Ich war gut im Rechnen. Handwerklich war ich nicht gut aufgestellt. Ich wollte möglichst schnell gutes Geld verdienen. Und mein damaliger Nachhilfeschüler gab mir zum lesen seinen Bericht vom Praktikum in der Sparkasse. Ich landete schließlich als Azubi bei einer kleinen Raiffeisenbank auf dem Land, damals mit gut 10 Mitarbeitern.

Während meiner Ausbildung merkte ich, dass mir das Kundengeschäft nicht besonders gefiel. Stattdessen konzentrierte ich mich auf das Rechnungswesen. Da ich dort schnell lernte, wurde ich in der Buchhaltung und im Controlling bald als Urlaubsvertretung eingesetzt. So konnte ich in meiner Ausbildung die Schaltertätigkeit weitgehend umgehen.

Bereits ein halbes Jahr vor Ausbildungsende wurde plötzlich eine halbe Stelle in der Kreditsachbearbeitung frei. Mein Chef bot mir an, die Tätigkeit verantwortlich zu übernehmen, um meine Übernahme nach der Ausbildung zu sichern. Da ich gerne im Unternehmen bleiben wollte, nahm ich die Herausforderung ohne großes Überlegen an. In nur zwei Wochen galt es, die wichtigsten Aufgaben zu beherrschen. Und es gelang mir. Durch meinen damals extrem hohen Selbstanspruch schloss ich zudem meine Ausbildung sehr gut ab.

Karriereknick

In den Folgejahren bekam ich einen neuen Vorgesetzten und die Aufgabe, die „Abteilung“ neu zu organisieren, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Ich war voll in meinem Element. Ich konnte Prozesse neu gestalten und optimieren unter Einbindung immer besserer Software. Parallel bildete ich mich über Jahre hinweg weiter in Richtung Management. Die Abteilung wuchs und ich machte erste Führungserfahrungen. Mein Gehalt wuchs mit mir und ich fühlte mich finanziell frei.

Nach ca. 7 Jahren distanzierte ich mich mehr und mehr von den Meinungen und Führungsmethoden meines Chefs, der mich bis dahin in meiner Entwicklung gefordert und gefördert hatte. Insbesondere durch Management-Seminare kam ich in Kontakt mit Führungspersonen, die mich inspirierten, dass es anders und besser ging. Dass Mitarbeiter richtig gute Arbeit machen, sich mit Ihrem Arbeitgeber identifizieren und mit Freude zur Arbeit gehen. Hierzu zählte ich mich bis dahin auch. Doch einige meiner Kollegen machten nur Dienst nach Vorschrift oder sabotierten gar die Arbeit anderer. Doch anstatt dass sie kündigten und sich beruflich veränderten, blieben sie mit.

Kündigung

Ich versuchte zunächst aus der mittleren Führungsebene heraus etwas an der schlecht bestellten Motivation der Kollegen zu ändern. Um es kurz zu fassen: Es gelang mir in drei Jahren nicht. Wesentlicher Grund war, dass mein Chef nicht ernsthaft bereit war, sich dafür ins Zeug zu legen. Die Aussicht, seinen Vorstandsposten in ein paar Jahren einnehmen zu können, gab mir nicht das Gefühl, dass ich dann die Chance auf grundlegende Änderungen in der Bank hätte, zumal die bestehenden Strukturen durch weitere Leute gehalten wurden und ich nicht genügend Unterstützer im Unternehmen hatte.

Doch kündigte ich nicht gleich, als mir das bewusst wurde. Stattdessen ging ich selbst wenig motiviert jeden Morgen zur Arbeit und machte meinen Dienst. Mit meinem Gehalt konnte ich mir ein angenehmes Leben leisten. Ich ging auf Partys, machte Urlaub und kaufte mir ein schickes Auto.

Und ich bildete mich im Bereich Psychologie weiter. Das interessierte mich schon seit meiner Schulzeit. An meiner Schule konnte ich leider nur das Fach Pädagogik belegen. Jetzt machte ich eine nebenberufliche Ausbildung zum Psychologischen Berater / Personal Coach. Ein Hochschulstudium der Psychologie dauerte mir zu lange.

Ich weiß nicht, wie lange es so weitergegangen wäre, wenn sich nicht eines Tages mein Rücken zu Wort gemeldet hätte. Starke Schmerzen im Lendenwirbelbereich ließen mich nicht mehr sitzen. Dieser angehende Bandscheibenvorfall brachte mich in Bewegung. Und eine Freundin brachte mich im Gespräch zu der Erkenntnis, dass ich auch persönlich „festsaß“. In der Bank ging es nicht mehr weiter für mich. Es war kein förderliches Arbeitsumfeld mehr. Ich musste mich also beruflich verändern. Doch was sollte ich tun?

Neuseeland

Meine Optionen sah ich in einer Anstellung in einer anderen Bank, in einem Branchenwechsel und mal ganz was anderes zu machen. Mein Studium zum Psychologischen Berater hatte mich inspiriert, es auch beruflich einzusetzen. Eine umgehende Selbständigkeit kam für mich jedoch nicht in Frage, denn mir fehlten noch konkrete Ideen. Ich dachte unwillkürlich darüber nach, was die größte Herausforderung für mich darstellte. Ich wollte die Gelegenheit der Veränderung nutzen. So entschloss ich mich zu einem Sprung in ziemlich kaltes Wasser.

Auto verkaufen, Wohnung untervermieten, Rucksack packen und auf nach Neuseeland. Der Ort, der am weitesten von daheim entfernt liegt, wo eine fremde Sprache gesprochen wird (immerhin war mein Englisch straßentauglich), wo für mich alles fremd war. Für ein Jahr wollte ich mich einerseits Neuem aussetzen, andererseits frei sein von jeglichen Verpflichtungen. Ich spürte, dass es das Richtige war. Ich bereitete mich mit ausgiebigen Recherchen vor, um meinem Sicherheitsbedürfnis gerecht zu werden. Und schließlich kündigte ich meinen Bankerjob und flog um die Welt (hin über Asien, zurück über Amerika).

Die ersten drei Monate machte ich in Neuseeland im Wesentlichen Urlaub, abgesehen von einem kurzen Sprachkurs zu Beginn. Ich hatte das Bedürfnis, mich zu erholen und wieder Kraft zu sammeln. Dann bekam ich richtig Lust auf Neues, entdeckte viele schöne Orte und begegnete interessanten Menschen und führte viele inspirierende Gespräche.

Orientierung

Da ich die meiste Zeit allein reiste, war einzig mein Tagebuch stetig an meiner Seite. Ich schrieb alles nieder, was ich erfuhr und was mich beschäftigte. Ich realisierte, was in den vergangenen 13 Jahren meines jungen Berufslebens passiert war und was mich angetrieben hatte – und auch, was mir fehlte. Mein Tagebuch war mein wichtigster Begleiter, mit dem ich mir selbst bewusst wurde und mich reflektierte.

Es wuchs der Wunsch in mir, mich als Berater/Coach selbständig zu machen, und schmiedete einen Plan. Ich recherchierte, welche Unterstützung möglich war, welche Voraussetzungen ich zu erfüllen hatte und erstellte einen Businessplan. Über Wochen hinweg sammelte ich jede Idee, schrieb sie auf, entwickelte sie weiter. Am Ende hatte ich 8 Dienstleistungen im Angebot – von denen ich zwei noch heute anbiete.

Während der letzten drei Monate meiner Reise hatte ich das starke Bedürfnis heimzukehren und loszulegen. Ich war bereit für das „wahre neue Leben“. Ich freute mich darauf, meinen Plan umzusetzen.

Selbständigkeit

Wieder daheim lief auch zunächst alles nach Plan. Zuerst fokussierte ich mich auf die Beratung von Privatleuten zur Einnahmen-Ausgaben-Optimierung. Da das in den ersten Monaten keine Erfolge brachte, wandte ich mich der Nachhilfe-Tätigkeit zu. Darin hatte ich schon viel Erfahrung und konnte schnell Aufträge generieren. Außerdem bewarb ich mich bei Bildungsträgern der Region als Lehrkraft für Mathe und BWL. Schon bald war mein Terminkalender gut gefüllt und ich konnte freies Einkommen in Weiterbildungen investieren (NLP-Practitioner, LernCoach, LernTrainer).

Freie Zeit investierte ich außerdem in die ehrenamtliche Bewährungshilfe, die nicht nur interessant und verantwortungsvoll, sondern auch eine gute Gelegenheit ist, Coaching-Erfahrung zu sammeln. Erfahren hatte ich von dieser Möglichkeit während einer Mitfahrgelegenheit.

Bewerbung & Berufung

Und auch Bewerber unterstützte ich damals schon. Zunächst im privaten Umfeld: Freunde und Bekannte hatten von meiner Selbständigkeit gehört und baten mich um Hilfe. Schließlich kamen auch zahlende Klienten.

An meinen aktuell größten Auftraggeber für Bewerbungsunterstützung kam ich auf einem ungewöhnlichen Weg: Im Gespräch mit der Besitzerin eines Ladens erwähnte ich am Anfang meiner Selbständigkeit, dass ich Bewerber unterstützen möchte. Ihr fiel ein, dass Bekannte mal einen Raum an einen Bildungsträger vermietet hatten. Dieser könnte vielleicht meine Dienste brauchen. Ich gab ihr meine Visitenkarte, auf der u. a. BewerberUnterstützung stand.

Ein gutes Jahr später erhielt ich eine E-Mail von der Standortleitung eines Bildungsträgers. Gesucht wurde dringend ein Bewerbungscoach für Teilnehmer von Weiterqualifizierungen. Das angebotene Honorar veranlasste mich jedoch zur Ablehnung der Anfrage – etwas vorschnell.

Doch mich ließ die Frage nicht los, wie die Person von mir erfahren hatte. Also fasste ich nach. Heraus kam, dass die damals „fallengelassene Visitenkarte“ auf dem Schreibtisch der Standortleitung gelandet war. Nachdem der aktuelle Bewerbungscoach seine Tätigkeit vor Ort einstellte, fiel der Blick auf meine Visitenkarte… Ich war so beeindruckt von dieser Fügung, dass ich den Auftrag probeweise annahm.

Heute erziele ich regelmäßige Umsätze mit diesem Partner. Mein Honorar habe ich neu verhandelt. Der Standort wächst, einen weiteren Standort betreue ich ebenfalls als BewerberCoach und sogar online unterstütze ich deutschlandweit Teilnehmer von Weiterbildungsmaßnahmen, die sich beruflich neu orientieren.

Den Auftrag als Online-Coach habe ich übrigens nicht über eine schriftliche Bewerbung bekommen, sondern über persönliche Kontakte. Dafür investierte ich zunächst zwei Wochenenden in Berlin, wo ein Treffen aller Standort-Coaches des Trägers stattfand. Neben dem Erfahrungsaustausch gab es die Gelegenheit, die Leitung des Online-Coaching-Teams kennenzulernen – und umgekehrt. Ich bekundete mein Interesse, auch als Online-Coach tätig zu werden. Auch hier dauerte es über ein Jahr, bis ich die Anfrage erhielt, ob ich mir das noch immer vorstellen könnte.

Nur die halbe Wahrheit

Bis hierher ist es nur die halbe Wahrheit, die ich jedoch gerne ergänzen möchte. In den ersten Jahren meiner Selbstständigkeit gab ich auch Unterricht für Auszubildende und Menschen mit Migrationshintergrund (was ich nie zuvor gemacht hatte). Die Honorare des Bildungsträgers waren für einen voll Selbständigen zu gering. Doch konnte ich viel dazulernen und hatte eine stetige Auftragslage.

Da ich langfristig jedoch weniger Zeit für Geld tauschen wollte, sorgte ich für mehr private Aufträge. Ich hielt Vorträge, veranstaltete Workshops, investierte in eine professionelle Internetseite mit Blog und veröffentlichte mein erstes Buch.

Mit dem Buch erfüllte ich mir gleichzeitig einen meiner lang gehegten Träume. Die Früchte der damaligen Investitionen in mein Marketing konnte ich erst Jahre später ernten. Es brauchte Zeit und über 1.000 Coachings.

Konsolidierung

Die Zusammenarbeit mit einzelnen Auftraggebern war leider nicht nur geprägt von einer niedrigen Bezahlung, sondern zusätzlich noch von manchen (vergeblichen) Mühen und Differenzen in der Wertehaltung. Es passte für mich irgendwann nicht mehr und ich übernahm keine neuen Aufträge mehr von diesen Partnern. Und das obwohl ich mir damit große Löcher in meine Auftragsbücher riss.

Dass ich mir selbst, meiner Wertehaltung und meinem Lebensentwurf treu geblieben bin, hat sich ausgezahlt. Wie gesagt: Ich mache heute 90 % meiner Arbeit sehr gerne. Kurzfristig jedoch führte es zu Unsicherheit und sogar Existenzangst. Diese Phasen waren allerdings wichtig für mich. Ich stellte mich in dieser Zeit wieder neu auf und besann mich auf meine Lebensvision. Und ich wartete nicht so lange wie damals in der Bank, sondern agierte proaktiv, also bevor es „zu spät“ sein könnte.

Vom Selbständigen zum Unternehmer

Seit ich selbständig bin, kommen mir immer wieder Ideen, was ich unternehmerisch tun könnte. Waren die ersten Jahre noch die frei gestaltbaren Arbeitsbedingungen maßgeblich für meine Zufriedenheit, so ist für mich seit einiger Zeit der Inhalt und die Wirkung meines Schaffens deutlich wichtiger geworden.

Als Unternehmer möchte ich ein (oder mehrere) Unternehmen aufbauen, die die Welt wenigstens ein bisschen besser machen. Ich möchte einen gewissen „Impact“ ausmachen. Mein Einfluss als selbständiger Solo-Unternehmer ist da noch relativ gering. Außerdem möchte ich mit einem Unternehmen auch über meine eigene Berufstätigkeit hinaus wirken, langfristig also etwas aufbauen, das unabhängig von meiner Person weiter existiert und wirkt.

Scheitern

Da ich mich für vieles, auch recht Verschiedenes begeistern kann, möchte ich hier nur ein paar meiner „gescheiterten“ Ideenumsetzungen nennen. Mit dem happy-food-shop z. B. beabsichtigte ich einen Online-Handel, der Lebensmittel kurz vor oder schon nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum verkauft. Damit sollten verschwendete Lebensmittel „gerettet“ und an den Konsumenten gebracht werden, verbunden mit einer entsprechenden Aufklärung zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung. Das Projekt scheiterte im Wesentlichen daran, dass ich keine Erfahrung als Händler und auch nicht die notwendigen Kontakte hatte. Zudem war ich nicht bereit, viel Kapital einzusetzen.

Mit dem Teamwerk eröffnete ich in Ravensburg den ersten Coworking-Space der Region. Ich war so Feuer und Flamme für die Idee der Kooperation von Freiberuflern, Selbständigen und anderen Kreativschaffenden, dass ich innerhalb eines halben Jahres ein gut 10-köpfiges Starter-Team, passende Räume und sogar Preise bei einem Startup-Wettbewerb zusammen brachte.

Weil ich das Gefühl hatte, meine neue Berufung gefunden zu haben, hing ich mich mächtig rein in die Sache, investierte Geld, Zeit und im Verlauf vor allem Nervenabrieb. Aus mangelnder Erfahrung heraus und einem Verranntsein in die Idee machte ich einige Fehler, die ich mit viel Lehrgeld bezahlte. Während ich mich bewährte im Organisieren, Managen von Veranstaltungen und Netzwerkaufbau, hinkte das Marketingkonzept ein wenig und das Team fand nicht so zusammen, dass es dem Aufbau des Teamwerk nachhaltig dienlich gewesen wäre.

Zwei Jahre lang versuchte und kämpfte ich, wollte sie unbedingt verwirklicht sehen – meine Idee. In dieser Zeit wurde ich zudem Vater und realisierte während meiner zweimonatigen Elternzeit, dass ich Symptome eines Burnouts zeigte. Vor allem aber wurde mir klar, dass der Betrieb eines Coworking-Space nicht zu meinem Lebensentwurf passte.

So sehr ich auch litt, Geld verlor und eine Krise nach der anderen zu meistern hatte, so viel habe ich auch gelernt, über mich, was ich gut kann und was weniger – und vor allem, was mich antreibt und was ich will. Und ich habe Menschen kennengelernt, mit denen ich den Kontakt weiter pflege und sogar ein gemeinsames neues Projekt realisiere (Personal Matches).

Mosaik meiner Berufung

Dass ich nun seit Jahren Bewerber unterstütze, vereinigt viele Aspekte. Je länger ich im Berufsleben bin, umso besser verbinden sich meine Fähigkeiten, meine Kenntnisse und mein Interesse miteinander. Mein BWL-Wissen kann ich in Nachhilfe, Selbständigkeit und Unternehmensaufbau einsetzen. Meine Vorliebe für menschliches Netzwerken ist mir sowohl beruflich als auch privat sehr hilfreich. Meine sprachliche Leidenschaft (Texten) und mein Wissen und meine Erfahrung zum Marketing kommt in der Beratung von Bewerbern zu einem wirkungsvollen Einsatz.

Die kindliche Frage nach dem Warum oder „ist das wirklich so?“ trage ich weiter und unterstützt im Coaching die Suche nach Ursachen und Lösungen. Mein Pragmatismus – ein guter Freund und Psychologe nennt es „Macher-Energie“ – bringt mich und andere in Bewegung. Und weil ich mich ungern für oder gegen etwas entscheide, suche ich ständig nach Möglichkeiten, scheinbar Unvereinbares zusammenzubringen. Meinen Idealismus habe ich ebenfalls behalten, wobei ich meine Ideen unternehmerischer angehe und den Markt entscheiden lasse, wie brauchbar mein Angebot ist.

Des Weiteren führe ich gerne (interessante) Gespräche. Als kleiner Junge kannte ich die komplette Nachbarschaft, vor allem die Erwachsenen, da ich sie einfach auf dem Gehweg vorm Haus ansprach. Heute inspiriere ich am liebsten andere Menschen im Gespräch oder lasse mich dabei selbst inspirieren.

Gespräche zu führen sind ein wesentlicher Teil meiner Arbeit, wiederum zielgerichtet. Meine mir angeborene Neugier unterstützt mich und meine Klienten dabei, das Entscheidende, das Nützliche oder das Lösende herauszufinden. Mein Interesse und meine Offenheit, auf Menschen zuzugehen und ein Gespräch zu beginnen, hilft mir natürlich auch beim Ausbau und der Pflege meines Netzwerkes – welches für ein erfolgreiches Marketing als (Einzel-)Unternehmer meiner Meinung nach unerlässlich ist.

Bei Werbung und Bewerbung geht es um Marketing, was mich allein schon als Selbständiger beschäftigt. Außerdem gibt es hier eine Verbindung zur Psychologie. Ohnehin interessiert es mich seit meiner Kindheit, wie wir Menschen ticken, was die Beweggründe für unser Verhalten sind, was hinter dem Augenscheinlichen liegt. Und im authentischen Marketing sowie der Selbstverwirklichung, der Hebung der eigenen Potenziale, geht es tiefgründig zu.

Ein weiterer, wichtiger Aspekt meiner Arbeit als BewerberCoach ist, dass ich etwas Gutes bewirken kann. Indem ich Menschen dabei unterstütze, sich beruflich selbst zu verwirklichen, sind sie nicht nur glücklichere Arbeitnehmer, sondern auch bessere Mitarbeiter. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass es ein gesellschaftlicher Gewinn ist, wenn wir in der Arbeitswelt unseren Platz gefunden haben – dort, wo wir den größtmöglichen Beitrag leisten können.

Dass ich als Berater/Coach für Bewerbung & Berufung von meinen Einnahmen leben kann und erfolgreich bin, hat ganz wesentlich damit zu tun, dass ich mit meinem Angebot auf einen Bedarf treffe. Ökonomisch betrachtet, gibt es also einen Markt mit entsprechendem Angebot und Nachfrage.

Vom Setting, also von den Arbeitsbedingungen her, habe ich für mich herausgefunden, dass ich als HSP (hochsensitive Persönlichkeit) am besten in 1:1-Kontakten, also Beratung/Coaching von Einzelpersonen, arbeiten kann. Dabei kann ich mich voll und ganz auf einen Menschen und sein Anliegen konzentrieren. Und hin und wieder mal einen Vortrag oder Workshop zu halten, bringt mir willkommene Abwechslung und Interessenten die Möglichkeit, mich außerhalb meines Coachings kennenzulernen.

Sinn meines Lebens

Was ich im Laufe der Jahre als meine Lebensaufgabe erkannt habe: Ich baue gerne Brücken, stelle Verbindungen zwischen scheinbaren Gegensätzen her – Menschen und Unternehmen, Arbeit und Freizeit, Müssen und Wollen, Intuition und Verstand. Ich entscheide mich nicht gerne gegen etwas, sondern genieße die Vorteile von beidem. Als „Scanner“ liebe ich Vielseitigkeit und das Eintauchen in immer wieder neue Welten. Außerdem mag ich Harmonie und die Kreation von Neuem.

Heldenreise

Schon als Banker ging ich jedes Jahr auf ein Seminar, um mich weiter zu bilden. Die besten waren die, in denen es um Persönlichkeitsentwicklung ging. Die Führungsseminare waren ein guter Einstieg, ging es doch zunächst um die Führung der eigenen Person. Die Ausbildung zum NLP-Practitioner hat mich meiner Berufung einen bedeutenden Schritt näher gebracht. Und am eindrücklichsten fand und finde ich die Heldenreise – geradezu lebensverändernd.

Selbstverwirklichung

Noch in der Bank beschäftigt, wurde ich mit einigen unglücklichen Mitarbeitern und ihren Ansichten konfrontiert. Nicht genug, dass sie sich im falschen Arbeitsumfeld befanden – sie waren auch nicht bereit, sich zu verändern, sich beruflich umzuorientieren. Und indem sie in ihrer Position verharrten, machten Sie nicht nur sich selbst unglücklich, sondern ließen es auch ihr Umfeld spüren und machten Kollegen damit das Leben oder das Arbeiten schwerer.

Mir war es schon damals völlig unverständlich, wie man sich selbst damit beruhigen kann, dass es ja „nur noch“ 10 oder 15 Jahre bis zur Rente sind. Gleichzeitig war ich auf mich zurückgeworfen: Auch in mir rief eine Stimme nach Veränderung, nach Weiterentwicklung, nach Selbstverwirklichung. Da war mehr in mir, was ich zeigen und anwenden wollte. Und doch zögerte ich als angestellter Banker selbst über Jahre hinweg. Heute arbeite ich bewusst mit solchen Menschen, die sich weiter entwickeln und ihre Potenziale erfahren wollen.

Lebensentwurf

Meine Vorstellung von einem erfüllenden, ausgeglichenen, glücklichen Leben hat sich im Laufe der Jahre gewandelt. Spätestens seit meine Tochter auf der Welt ist, haben sich meine Prioritäten deutlich verschoben. Vor der Geburt sah ich mein berufliches Lebenswerk als das Wichtigste an und verwendete dementsprechend viel Zeit und Energie für meine berufliche Selbstverwirklichung.

Nun habe ich einen stärkeren Fokus auf die Entwicklung meiner (ganzen) Persönlichkeit. Meine Tochter hat mir außerdem bewusst gemacht, wie bedeutend das ist: An das, was ich gelernt und erfahren habe und mir bewusst bin, knüpft sie an. Denn sie lernt viel von mir als Vater, nimmt mich als Vorbild und Richtschnur. Auch deshalb hat meine Familie eine weit größere Bedeutung bekommen und mehr Platz in meinem Leben: Ich habe meine Arbeitszeit auf 30 Std./Woche reduziert.

Meine Erkenntnisse für Deinen Weg der Berufung

  1. Überlege Dir, wohin Du willst. Und dann richte Dich, Deine Gedanken und Dein Handeln auf das aus, was Dir wirklich wichtig ist. Wie sieht Dein Lebensentwurf aus, Deine Vision?
  2. Geh Deinen Interessen, Leidenschaften und Freuden nach. Mache mehr von dem, was Du wirklich (selbst) willst.
  3. Mache Dir einen Plan – und habe mindestens noch einen Plan B in der Tasche. Denn das Leben passiert, während wir eifrig planen. Bleib flexibel beim Weg, go with the flow. Gib der Fügung eine Chance, Dich in Deinen Vorhaben zu unterstützen.
  4. Höre auf Dein Bauchgefühl, traue Deiner Intuition. Wenn Du eine Entscheidung triffst, sollte sie ein Wörtchen mitzureden haben. Sie weiß mehr, als Du denkst (und das meine ich wörtlich).
  5. Probiere Dich aus, experimentiere, gehe in die Lernzone, hab den Mut, „Fehler“ zu machen und lerne dadurch. Es wird nicht einfacher, aber Du wirst besser.
  6. Lass andere von Deinen Zielen und Wünschen erfahren. Gib anderen die Möglichkeit, Dir zu helfen.
  7. Verbinde Dich mit anderen Menschen, netzwerke, tausche Meinungen, Ansichten und Ideen aus. Eine Hand wäscht die andere. Und bestimmt kennst Du jemanden, der jemanden kennt, der was braucht…
  8. Erst geben – dann nehmen. Vor einer reichen Ernte steht die Saat. Und manchmal braucht es noch Wasser, Dünger, Geduld und einen grünen Daumen, damit die Pflanze Früchte trägt.
  9. Gib Deiner Kreativität und Fantasie Raum. Dabei kann wirklich Neues entstehen und Dich beflügeln. Trau Dich mal zu spinnen!
  10. Reise, lass Dich inspirieren von anderen Menschen und Lebensweisen, anderen Werten und Bedürfnissen. Und lass Dich treiben dabei. Wahre, berührende Begegnungen sind oft nicht planbar.
  11. Investiere jetzt in Deine Zukunft. Schätze Geld und Zeit als Mittel zum Zweck. Wähle bewusst und investiere in Dich, Deine Gesundheit, Dein Wissen, Deine Erfahrungen – in Dein Leben.
  12. Sorge für ein Einkommen, das für Dein Auskommen reicht. Nur wenn für Deine Grundbedürfnisse gesorgt ist, kannst Du Dich Deiner Selbstverwirklichung widmen.
  13. Schärfe nicht nur Deinen Verstand, sondern auch Deine anderen Sinne. Lies Bücher, höre Podcasts und besuche Seminare. Bilde Dich weiter, entfalte Deine Persönlichkeit.
  14. Umgib Dich mit Dingen, Tieren und Menschen, die Dich unterstützen und nähren. Nimm Abstand von „Energiesaugern“ und „Miesepetris“. Du bist der Durchschnitt der 5 Personen, mit denen Du Dich am meisten umgibst.
  15. Lade regelmäßig Deine Akkus auf. Tanke Kraft beim Bewegen, Meditieren, Musizieren, in der Natur, mit Freunden oder was Dir persönlich (nachhaltig) gut tut.
  16. Reflektiere von Zeit zu Zeit über Dich selbst. Wo stehst Du gerade im Leben? Was hast Du Neues über Dich gelernt? Hast Du etwas vernachlässigt? Bist Du noch in Richtung Deiner Lebensvision unterwegs?
  17. Fang an, gehe Deinen Weg – jetzt!

 

 

Experten-Tipps

Willst Du wissen, wie Du Dich garantiert erfolgreich bewirbst – überzeugend ehrlich?

Datenschutz? Na sicher!