So wählst Du den richtigen Job

In der Runde meines Business-Encounter (ähnlich dem Erfolgsteam) hatten wir letztens das Thema: Nach welchen Kriterien entscheide ich, wenn ich einen neuen Auftrag angeboten bekomme? Ein Freiberufler genießt die Freiheit in der Wahl seiner Jobs, hat dabei oft aber auch die berühmte Qual der Wahl. Schließlich legt er sich damit für eine gewisse Zeit fest, verpflichtet sich und geht bei ganz Neuem auch das Risiko ein, dass die Arbeit wenig Freude und viel Aufwand macht.

Auch Nicht-Selbständige, die auf der Suche nach einer neuen Aufgabe sind, stehen vor der Herausforderung, das für sie Richtige auszuwählen. Immer wieder rufen mich meine Klienten nach dem Coaching an und fragen, wie sie sich entscheiden sollen, wenn nun mehrere Angebote auf dem Tisch liegen. Mit den folgenden Kriterien möchte ich Dir die Wahl des für Dich richtigen Jobs erleichtern.

  1. Input und Output
    Was Du insgesamt an Energie, Zeit, Geld usw. in den Auftrag steckst, sollte in einem guten Verhältnis zu dem stehen, was Du „gewinnst“. Wenn Du das Gefühl hast, Du „butterst nur rein“, zahlst Du wahrscheinlich wirklich drauf. Was Du an Output erhalten kannst, ist vielfältig.
  2. Fairer Verdienst
    Klar, wer möchte nicht bekommen, was er verdient. Dass das allerdings im Auge des Betrachtenden liegt, hast Du sicher auch schon erfahren. Beim Geld hört es aber für viele noch nicht auf. Vielleicht schätzt Du Deine Möglichkeiten der Weiterentwicklung, die Arbeitsatmosphäre, die Extras wie Betriebsausflüge, gutes Essen in der Kantine oder oder.
  3. Deine Kompetenz
    Wenn Du einen Job machst, in dem Du Dich auskennst, Erfahrung mitbringst und Kompetenzen aufgebaut hast, wirst Du mit relativ wenig Einsatz einen guten Job machen. Wenn die Arbeit leicht von der Hand geht, ist das ja auch eine feine Sache. Vielleicht kannst Du Dich auch weiter spezialisieren und dadurch Deinen Marktwert steigern.
  4. Passt ins Leben
    Neue Herausforderungen passen unterschiedlich gut ins aktuelle Leben. Vielleicht müsstest Du umziehen? Regelmäßige private Termine oder gar Freundschaften aufgeben? Oder Du wärst im Außendienst und hättest weniger Zeit für Deine Familie? Wenn der neue Job zum Deinem Leben passt, macht das vieles leichter.
  5. Planbarkeit
    Es gibt Jobs, da weißt Du nicht genau, wann es wohin führt, wann ein Auftrag oder Projekt endet, ob es überhaupt Erfolg haben wird. Auch wenn die Unvorhersehbarkeit für manche einen besonderen Reiz ausmacht, setzen die meisten doch eher auf Sicherheit statt Risiko.
  6. Grundsicherheit
    Und wenn es schon um Sicherheit geht: Trotz oder besser noch mit dem Job sollten Deine Grundbedürfnisse gedeckt sein. Erst dann hast Du wirklich die Freiheit der Wahl, Deinen Kopf frei für eine gute Entscheidung und Kapazitäten für Deine Selbstverwirklichung.
  7. Flexibilität
    Nicht nur für Freiberufler zählt Flexibilität bei der Arbeit – sei es Gleitzeit oder Home-office. Oder auch die inhaltliche Ausgestaltung, Gewichtung, Priorisierung und Wege, um Ziele zu erreichen.
  8. Vielfalt
    Spezialisierung lässt uns in die Tiefe gehen und richtig gut werden – in einer Sache. Für viele Job-Suchende ist Vielfalt jedoch auch ein wichtiger Faktor. Darin kann die angenehme Herausforderung liegen. Die Abwechslung macht die Aufgabe immer wieder attraktiv.
  9. Freude
    Eigentlich (für mich zumindest) ist selbstverständlich, dass Arbeit Freude machen soll. Wenn ich mit Freude an die Arbeit gehen, leiste ich mehr, empfinde es aber auch weniger als Mühe – eher als Bereicherung. Vielleicht braucht es da nicht mehr die klassische Trennung zwischen Arbeit und Leben (siehe Work-Life-Balance). Der Flow-Zustand lässt uns die Zeit vergessen und erfüllt.
  10. Arbeitsatmosphäre
    Wenn Schüler befragt werden, weshalb sie (gerne) zur Schule gehen, sind es oft die Freunde, die sie dort treffen. Und auch von Arbeitnehmern höre ich Ähnliches. Das Umfeld, die Kollegen, der Chef oder etwas anderes im Umfeld sind mitentscheidend für den Wohlfühlfaktor.
  11. Karriere und fachliche Entwicklung
    Ein sicher verbreitetes Kriterium für die Job-Wahl ist die mögliche Förderung und Unterstützung bei der eigenen Karriere. Und auch ohne explizite Personalentwicklung kann ich mich in einem Unternehmen oder in meiner Arbeit verbessern. So kann ich mehr Verantwortung oder neue Aufgaben bekommen oder der schon erwähnte Spezialist mit besonderen Qualifikationen werden. Und häufig habe ich die Möglichkeit, einfach dazu zu lernen.
  12. Persönliches Wachstum
    Noch nicht so bekannt scheint die Idee zu sein, dass wir uns mit unserer Arbeit auch persönlich weiter entwickeln können – Stichwort Selbstverwirklichung. Nicht nur als Führungskraft ist die eigene Persönlichkeit entscheidend für meinen Job. Wenn ich mich durch die Arbeit auch persönlich entwickeln kann, profitiert auch mein Privatleben und -umfeld davon.
  13. Netzwerken
    Last but not least schafft jeder neue Job neue Kontakte. Wir wissen zu Beginn meistens nicht, wann dieser oder jener neue „Bekannte“ mal zu einem Ratgeber, Multiplikator, Freund, Partner o. a. wird. Neuen Menschen zu begegnen kann also eine Investition in unsere Zukunft sein.

Bei allem Abwägen der Argumente sollte auch Deine Intuition ein Wort mitzureden haben. Diese weiß (buchstäblich) mehr, als Du denkst. Sie ergibt sich aus Deinem reichhaltigen Erfahrungswissen und schöpft daher aus einer Menge mehr Informationen als Dein bewusstes Denken.

Sind für Dich noch andere Kriterien bei der passenden Job-Wahl entscheidend? Dann schreibe gerne einen Kommentar.

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