Kennst Du Deine Lebensmotive?

Das Wort Motivation leitet sich vom lateinischen movere = bewegen, antreiben ab. Es geht um die Beweggründe für eine Handlung oder auch ein Nicht-Handeln. Diese können außerhalb von uns liegen, also extrinsisch sein, oder uns von innen antreiben und somit intrinsisch sein. Eine weitere Unterscheidung spricht von der Weg-von-Motivation einerseits und der Hin-zu-Motivation andererseits. Soweit die Grundlagen, doch was fangen wir damit an?

Meistens beschäftigen wir uns mit Motivation, wenn wir sie scheinbar nicht haben. Wir wollen – oder besser sollten – etwas tun, haben jedoch keinen Handlungsimpuls. Das kann im Einzelfalls vernachlässigbar sein, kann uns jedoch in größerem Umfang durchaus lahmlegen, wenn wir Anstehendes immer wieder aufschieben. Dann spricht man von Prokrastination oder umgangssprachlich von Aufschieberitis. Aber haben wir tatsächlich manchmal gar keine Motivation?

Wenn ich davon ausgehe, dass auch einem Nichtstun eine Entscheidung dazu vorweg ging und ein Nicht-Entscheiden eine (wenn auch passive) Entscheidung darstellt, dann liegt jedem Nicht- oder Anders-Handeln eine Motivation zugrunde. Ich bin zwar motiviert, aber nicht für das, was ich tun will oder sollte. Eigentlich will ich es selbst gar nicht, sondern andere wollen, dass ich dies oder jenes tue, oder ich glaube, dass ich so oder so handeln sollte. Mit Sicherheit fehlt hier aber der innere Handlungsimpuls, so dass es sich wahrscheinlich um eine extrinsische Motivation handelt. Und diese führt eben oft nicht ins Handeln.

Anders verhält es sich, wenn wir einen wachsenden Druck von außen verspüren. Wenn wir ihn nicht mehr aushalten, handeln wir. Das ist dann weg-von-motiviert; ich will nicht mehr leiden und bewege mich somit weg vom Leid. Wohin ist hierbei einerlei, bloß weg. Hier fehlt eine Zielrichtung und ich überlasse es anderen oder dem Umständen oder dem Zufall, wohin die Reise geht. Verlockend klingt das ja nun auch nicht gerade, oder? Ist die Hin-zu-Motivation also die bessere?

Die intrinsische Hin-zu-Motivation ist zumindest eine, die zielgerichtet ist und aus eigenem Antrieb besteht. Sie ist der Motor für einen Menschen, der selbstbestimmt leben und sich persönlich weiterentwickeln möchte. Hieraus kommt die Kraft, den nächsten Schritt aktiv zu unternehmen, zu lernen und Dir Dein Leben so zu gestalten, wie Du es Dir wünschst. Daher lohnt es sich, hier einmal genauer hinzuschauen, was Dich motiviert. Nochmal, es geht nicht darum, OB Du motiviert bist, sondern wozu oder wohin. Weißt Du es?

Wenn es um die persönliche Selbstverwirklichung geht – und damit meine ich übrigens nicht eine egozentrische, sondern die zum Wohle allen Lebens –, dann setzt es die Kenntnis Deiner selbst und insbesondere Deines eigenen, inneren Antriebs voraus. Schließlich musst Du eine Vorstellung haben, wohin es in Deinem Leben gehen soll. Doch so einfach ist das oft gar nicht. Wir handeln allzu oft fremdgesteuert oder im Glauben daran, es anderen recht zu machen. Wir tun, was wir vermeintlich tun müssen. Im Extremfall Leben wir das Leben der anderen und nicht unser eigenes. Wir entfernen uns damit immer mehr von uns selbst und unseren eigenen Lebensmotiven. Vielleicht kommt Dir das bekannt vor?

In der Arbeit mit meinen Klienten stelle ich häufig eine einfache Frage an den Anfang. Sie klingt zumindest einfach. Das Beantworten entpuppt sich dann jedoch immer wieder als eine Herausforderung, da wir uns viel mehr mit unseren Fähigkeiten und Kenntnissen auseinandersetzen, wenn es um Persönlichkeitsentwicklung geht. Doch in dieser Frage steckt das, worauf es ankommt. Mit dieser Frage kommst Du Deiner persönlichen Lebensmotivation näher und hast die Chance, Dein Leben mehr und mehr danach auszurichten. Auf das Du ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben führst. Die Frage lautet:

Was tust Du richtig gern?

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