Ist ja nur vorübergehend…

Als ich Ute (48) und Alex (39) kennenlerne, merke ich schon an den Kindern dass diese Familie eine besondere ist. Unbedingt möchten diese beim ersten Teil des Coachings dabei sein. Der Sohn (10) meint später zu mir: „Find‘ ich toll, dass Du das Coaching mit meinen Eltern machst, dann muss mein Vater nicht länger bei Aldi arbeiten.“

Dort arbeitet er nämlich schon seit 10 Jahren, obwohl es als „Zwischenlösung“ gedacht war und noch immer ist. Das ist auch der Grund, weshalb ich eingeladen wurde – es müsse sich endlich etwas ändern. Alex empfindet immer weniger Sinnhaftigkeit bei seiner Arbeit. Sein Unbehagen wächst, doch wohin soll es gehen? Er sucht nach dem, was ihn begeistert und gleichzeitig ein Einkommen beschert.

Beide haben Schreiner gelernt, um etwas handwerklich-gestalterisches mit kreativen Freiräumen zu machen. Doch hatten sie beide leider nicht das Umfeld gefunden, um diese Bedürfnisse ausleben zu können. Weiter suchend studierte Alex ein Semester auf Lehramt (Mathe und Chemie), musste es jedoch aufgeben, da er mit 21 Jahren zum ersten Mal Vater wurde und für einige Jahre alleinerziehend war. So ging er seiner gelernten Tätigkeit nach, verdiente die Brötchen und verschob seine Selbstverwirklichung auf später.

Ute arbeitete in der Betriebsschreinerei einer Uni, die ihr allerdings nicht die gewünschte kreative Freiheit gab. Als sie schließlich Alex kennenlernte und sich unsterblich in ihn verliebte, machte sie gerade eine Ausbildung in Handwerksdesign. Als dann die Kinder kamen, blieb sie daheim. Doch auch wenn das Haus jede Menge Betätigungsfelder bot, führte die Einsamkeit Ute in die Depression. Vielleicht hing es aber auch mit noch nicht bearbeiteten Themen aus der Vergangenheit zusammen.

Vor vier Jahren zog die Familie aufs Land, u. a. wegen der nahen Montessori-Schule, zu der die Kinder immerhin doch eine gute halbe Stunde mit dem Auto gefahren werden. Doch in ihre neue Heimat, die Oberpfalz, haben sich Ute und Alex verliebt. Und nun entsteht im gleichen Ort ein großes Gemeinschaftsprojekt, zu dem sich die Familie hingezogen fühlt und bereits beim Aufbau mitwirkt. Das Projekt macht Hoffnung, lang gehegte Ideen umsetzen zu können. Sogar eine freie Schule wird gegründet.

Seit Beginn ihrer Beziehung denken die beiden an eine gemeinsame Selbständigkeit, in welcher sie sich selbst verwirklichen können. Ute hat bereits einige Weiterbildungen besucht. Seit Kurzem hat sie die Eignung zur Fremdenführerin in der Region. Ihre Dienste wurden sogar schon angefragt. Und viele weitere Ideen schlummern in ihr. Mehr noch, Ute hat weitreichende Recherchen angestellt und viel versprechende Kontakte geknüpft. Sie scheint in den Startlöchern zu stehen. Worauf wartet sie nur?

Sie fühlt sich noch nicht bereit. Ihr fehlt es an ausreichend Selbstsicherheit, um die Dinge ins Rollen zu bringen. In der Aufstellung wird deutlich, dass ihr eine wichtige, innere Ressource fehlt. Neben den aufgestellten Werten Selbstverwirklichung, Verbundenheit, Sinnlichkeit, Ordnung, Selbstsicherheit, Anerkennung, Entspannung und Spiritualität nehmen wir dann die Selbstachtung in ihre Aufstellung mit auf. Mehr noch – Ute lädt ihre Selbstachtung ein, in ihrem Leben ab sofort (wieder) eine Rolle zu spielen. So lange wurde sie zurückgestellt, abgelehnt.

Für Alex gestaltet sich die Aufstellung zunächst schwierig, er hat Angst, etwas falsch zu machen. Dabei geht es bei dieser Übung doch um die gefühlvolle Einnahme der Positionen seiner Werte, die schließlich Bedürfnisse verkörpern (Leichtigkeit, Entspannung, Geselligkeit, Sinnhaftigkeit, Selbstverwirklichung, Spiritualität, Genuss, Achtsamkeit). Und dabei ist nichts falsch zu machen. Ins Gefühl zu gehen, Gefühle zuzulassen, ist für ihn jedoch eine Herausforderung. Doch schafft er es schließlich, einen Zugang zu seiner Intuition zu finden und ihre Bedeutung (an) zu erkennen. Als Vermittler, als Verbindung, lädt er seine innere Stimme ein. Und schließlich empfindet er sein (neues) Wertesystem als stimmig.

Bei einem Spaziergang reden wir über Utes und Alex‘ enge finanzielle Situation und die scheinbar geringen Spielräume. Und doch wird klar, dass sie eines mehr zur Verfügung haben als viele andere: frei verfügbare Zeit. Zeit, die sie noch fokussierter zur Selbstverwirklichung einsetzen können. Und auf welches ihrer vielen entwickelten Projekte sollen sie sich zunächst fokussieren? Es fehlt ihnen an einer ausreichend klaren Vision. Und – wie Alex später selbst erkennen soll – genau diese, emotional aufgeladene, deutlich anziehende Vision gibt die Richtung vor und bringt uns in Bewegung.

Zunächst schildern mir Ute und Alex ein paar Ihrer möglichen Geschäftsideen. Wie bei der Übung mit den Lieblingstätigkeiten arbeiten wir auch hier die Qualitäten heraus, eine weniger detailliertere Ebene, für die es eine Vielzahl an Verwirklichungsmöglichkeiten gibt. Es geht darum, was ihnen wichtig ist an ihrer Tätigkeit, mit und für wen sie arbeiten wollen und was ihre Dienste einzigartig macht. Auf den Punkt gebracht: Die beiden möchten andere Menschen mit allen Sinnen begeistern, sie mit Genuss, Überraschung und Magie verzaubern, in andere Welten, ins Gefühl führen. Es hört sich fantastisch an. Und selbst Alex ist plötzlich – wenn auch etwas verhalten – begeistert.

Nach dem Abendessen gehen wir konkret an die Projektideen und sprechen erste mögliche Schritte durch. Besonders Ute spürt, dass es nun wirklich konkret an die Umsetzung geht – Widerstände, Ängste kommen in ihr auf. Es geht nun darum, nicht mehr auszuweichen, sondern sich den Ängsten zu stellen, sie wahrzunehmen, sie zu überwinden oder sie mit ins Boot zu holen. Es wird sich lohnen, die positive Absichten der Ängste anzuschauen, mit ihnen in den inneren Dialog zu gehen. Denn wenn alle Anteile, auch innere Widerstände, in einem fahrtüchtigen Boot sitzen, kann es losgehen auf die Reise der Selbstverwirklichung.

Die Arbeit mit Ute und Alex war besonders interessant für mich, da es mein erstes „Doppel-Coaching“ war. Bis auf die Aufstellungen haben wir die Zeit gemeinsam verbracht. Und obwohl Ute und Alex unterschiedliche Themen und Coaching-Ziele hatten, führen ihre gemeinsame Vision und ihre Projektideen sie vermutlich auf einen gemeinsamen Weg der Selbstverwirklichung. Dafür wünsche ich ihnen von Herzen ein fantastisches Gelingen :)

 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass sich nicht so viel Neues für mich während des Coachings ergeben hat, dafür aber einiges, was schon in mir vorhanden war, klarer geworden ist.

Meine Gefühle am Abend nach dem Coaching waren sehr gemischt. Durch die Formulierung der ersten Schritte in die Selbstständigkeit mit einem groben Zeitplan dabei wird unser Vorhaben -für mich beängstigend- konkret. Meine Versagensangst ließ mich bis jetzt die Umsetzung unserer Pläne immer wieder vor mir herschieben. Das könnte/ sollte nun ein Ende haben.

Erste Erkenntnis: ich muss gegen diese Angst angehen.

Zweite Erkenntnis: am besten lege ich einfach los.

Dritte Erkenntnis: negative Phasen/ Leiden hat einen Sinn, auch wenn er momentan für mich nicht zu erkennen ist.

Eine große Herausforderung war es für mich, die ersten Schritte zu formulieren ( obwohl eigentlich vieles schon vorbereitet ist), da es dabei gegen meinen inneren Widerstand ging. Christian war sehr hartnäckig und ließ nicht die Andeutung einer Ausrede gelten. Gleichzeitig hat er mich in unserem Vorhaben sehr bestärkt.

Fazit: ich werde mich also um meine angeschlagene persönliche Basis kümmern und parallel dazu mein ´´Werk´´ ans Laufen bringen…

Lieber Christian, ich schätze mich glücklich, dass wir Dich kennenlernen und mit Dir arbeiten konnten. Du hast hast mir auf sehr professionelle Weise den nötigen Schubs zum Starten gegeben, und ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht.

Der freundschaftliche persönliche Kontakt und die ´´privaten´´ lockeren Gespräche zwischendurch waren mir sehr wichtig, auch durch sie hat das Coaching meines Erachtens seine Richtung bekommen.

Für alles herzlichen Dank!

Ute, Schönsee

 

Christian kennenzulernen und mit ihm zu arbeiten war spannend und bereichernd. Wir hatten eine angenehme, harmonische und konstruktive Atmosphäre. Gefühle und Intuition spielten eine große Rolle und Christian hat bei der Einhaltung seines Konzepts immer den Raum gelassen für Dinge, die uns wichtig waren, die emotional waren.

Dadurch wurde deutlich, dass Christian ein besonderer Coach ist und nicht nur sein Programm durchzieht.

Durch das Coaching bin ich angestoßen, Ideen umzusetzen und fühle mich gestärkt für die kommenden Aufgaben. Während dieser intensiven Zeit mit Christian habe ich für mich erkannt, wie wichtig Gefühle sind. Vor allem für die Vision, denn die Gefühle verleihen ihr die Kraft, die Intensität….noch mehr als die dazugehörenden Bilder. Auch fasziniert mich der Gedanke, dass sich vermeintliche Schwächen  in Stärken bzw. Kompetenzen umkehren lassen.

Ich freue mich darauf erste konkrete Schritte zu unternehmen und unsere Vision mit Begeisterung wahr werden zu lassen. Danke Christian für die schöne und intensive Zeit mit Dir, es war ein Geschenk!

Alex, Schönsee

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