In 3 Schritten zu mehr Selbstbewusstsein

Letztes Wochenende hatte ich die Freude, acht Teilnehmer in meinem Workshop begrüßen zu dürfen. Der Titel lautete: Selbst-Bewusst ins Vorstellungsgespräch. Nur einige der Teilnehmer standen tatsächlich vor der unmittelbaren Herausforderung eines Vorstellungsgesprächs. Doch das Thema Selbstbewusstsein hatte es ihnen angetan. Und selbst eine Teilnehmerin, die schon zu Beginn von sich behaupten konnte, recht selbstbewusst zu sein, wollte sich und Ihre Fähigkeiten besser zur Geltung bringen. Und vielleicht möchtest auch Du Dein Selbstbewusstsein stärken?

Ist Dir aufgefallen, dass ich im Workshop-Titel selbst-bewusst mit zwei Wörtern geschrieben habe? Die wenigsten sind einfach selbstbewusst. Vielmehr erlernen wir es im Laufe unseres Lebens. Manche in frühen Kinderjahren und andere, wenn sie erwachsen sind. Lernen kann sich auf vielfältige Weise vollziehen. Eine ist die der kognitiven Erkenntnis. Einfach gesagt: Wir denken über unsere Erfahrungen, Erlebnisse und Wahrnehmungen nach und kommen dadurch zu einer Erkenntnis. Oder: wir werden uns selbst bewusst. Und damit sind wir schon auf dem Weg zu mehr Selbstbewusstsein.

1. Werde Dir Deiner Stärken bewusst

Wer bist Du? Was macht Dich aus? Damit meine ich nicht die Dinge, die zu Deinen grundlegenden biografischen Merkmalen gehören wie Name, Alter, Wohnort etc. Sondern ich meine Eigenschaften, die Dich unverwechselbar machen. Sicher hast Du auch Eigenschaften, die Du mit anderen Menschen teilst. Doch entscheidend ist die Art und Weise, wie Du sie entwickelt hast und wie Du sie zeigst oder anwendest. Das macht Dich einzigartig. Und zusätzlich lässt die Kombination verschiedener Eigenschaften Dein persönliches Profil erkennen.

In meinem erwähnten Workshop gebe ich meinen Teilnehmern verschiedene Arbeitsblätter. Hier sind ein paar Fragen daraus, die Dir beim Finden Deiner persönlichen Stärken helfen:

  • Was geht mir besonders leicht von der Hand?
  • Wobei unterstütze ich andere Menschen kompetent und bereitwillig?
  • Welche meiner Eigenschaften halte ich für selbstverständlich (ohne dass sie es sind)?

Du kannst auch Freunde und Familienmitglieder fragen, was sie an Dir schätzen. Nehmt Euch Zeit und sagt Euch gegenseitig, was Ihr am jeweils anderen bewundert, bemerkenswert findet oder auch gerne könntet. Das bringt Euch nicht nur viele Erkenntnisse, sondern stärkt als „Nebeneffekt“ auch Eure Beziehung oder Freundschaft. Und Deine Stärken machen Dich stärker.

2. Konfrontiere Dich mit Deinen Schwächen

Wie wahrscheinlich alles im Leben, so hat auch mein erwähntes Arbeitsblatt zwei Seiten. Mit der Rückseite setzt Du Dich mit Deinen Schwächen auseinander. Diese gehören nämlich ebenso zu Deiner Persönlichkeit wie die Stärken. Sie haben Dich geprägt. Und vielleicht hast Du gelernt, mit ihnen zu leben, mit ihnen umzugehen. Eventuell haben sie Dich sogar stärker gemacht. So kannst Du mit Deinen Stärken Deine Schwächen vielleicht sogar ausgleichen.

Die eigenen Schwächen zu kennen und zu ihnen zu stehen, macht Dich menschlich, authentisch und wahrhaftig. Du wirst stärker und glaubwürdiger. Denn mal ehrlich: Haben wir nicht alle auch Schwächen? Sich diesen bewusst zu werden und selbst einzugestehen mag für manche von uns ein großer und schwieriger Schritt sein. Doch genauso hilfreich ist er auch.

Denn wenn ich meine Schwächen erkenne und anerkenne, wenn ich sie als Teil von mir begreife und akzeptiere, laufen viele vermeintlichen Angriffe von außen ins Leere. Glaubt mein Gegenüber, eine Schwäche von mir entdeckt zu haben und versucht er mich, mit ihr zu konfrontieren, kann ich gelassen reagieren. Denn ich kenne sie bereits. Ich bin nicht überrascht oder erstmalig konfrontiert, weil ich mich selbst schon damit auseinandergesetzt habe. Mein Gegenüber hat mich lediglich erkannt, wie ich mich selbst bereits kenne. Mir meiner Schwächen bewusst zu sein und einzugestehen, macht mich gelassener.

Und noch etwas ist wesentlich, wenn Du Deinen Schwächen ins Gesicht siehst: Wir lernen im Laufe unseres Lebens, mit unseren Schwächen zu leben, mit Ihnen umzugehen, manchmal auch zu umgehen. Anders ausgedrückt: Wir finden Lösungen. Wir finden Umwege, die zwar länger sind, uns aber doch zum Ziel führen. Wir gleichen also unsere Schwächen aus. Das deutet auf unsere Anpassungsfähigkeit hin. Und diese wiederum ist ganz klar eine Stärke. Schau Dir also Deine Schwächen auch vor dem Hintergrund an, wie Du mit ihnen umgehst.

3. Schau zurück auf Deine Erfolge

Nach den Schwächen widmest Du Dich Deinen Erfolgen. Denn ganz sicher hast Du schon einiges in Deinem Leben erreicht. Es zählen nicht nur die großen Erfolge, sondern auch die kleinen. Vielleicht beginnst Du mit diesen kleinen, (all)täglichen Erfolgen, wenn Dir größere nicht gleich einfallen wollen. Schau Dir Dein Leben an. Wo stehst Du? Mit was bist Du ganz zufrieden, so wie es ist? Was genießt Du an Deinem Leben? Worauf bist Du vielleicht sogar (insgeheim) stolz, erreicht zu haben? Welche Erfolge erkennen andere in Deinem Leben?

Wenn Du Dich auf diese Fragen und die damit einhergehenden Empfindungen einlässt, spürst Du wahrscheinlich eine Genugtuung, Zufriedenheit, eventuell sogar Dankbarkeit. Das ist zum einen natürlich angenehm zum darin Verweilen. Zum anderen lernst Du dadurch, Dir selbst zu vertrauen. Wir haben nämlich die Angewohnheit, Vergangenes in die Zukunft fortzuschreiben. Oft ohne darüber nachzudenken, nehmen wir an, dass sich Zukünftiges so gestaltet und ergeben wird, wie es Vergangenes uns gelehrt hat. Ob wir nun Positives für die Zukunft erwarten, hängt von unserem Fokus ab. Schauen wir auf unsere Erfolge zurück, können wir diese auf künftige Erlebnisse projizieren. Und das gibt uns Selbstvertrauen. Es zeigt uns, dass wir uns, unserem Können, unseren Stärken vertrauen können, um anstehende Herausforderungen zu meistern.

Kurz zusammengefasst:

1. Werde Dir Deiner Stärken bewusst

Mit dem Fokus auf Deine Stärken lernst Du Dich von Deiner besten Seite kennen. Die Entwicklung und Anwendung Deiner Stärken macht Dich einzigartig.

2. Konfrontiere Dich mit Deinen Schwächen

Wenn Du ehrlich zu Dir selbst bist, gehören auch Schwächen zu Deinem Wesen. Sie machen Dich menschlich. Und Sie eröffnen Dir neue Wege.

3. Schau zurück auf Deine Erfolge

Indem Du Dir Erreichtes bewusst machst, lernst Du Dir selbst und Deinen Fähigkeiten zu vertrauen. Mit diesem Selbstbewusstsein meisterst Du auch künftige Herausforderungen in Deinem Leben.

 

Was fängst Du mit diesen drei Schritten an?

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